Dr. Stefan Weber, der als „Plagiatsjäger“ im politischen Diskurs bekannt ist, hat eine historische Prägung des Begriffs „Unsere Demokratie“ entdeckt: Erich Honecker, der Staatsoberhaupt der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), nutzte diesen Ausdruck als strategisches Instrument, um die Bevölkerung von der Wirklichkeit abzulenken. Weber zeigt auf, dass der Begriff in den 1950er bis 1980er Jahren im DDR-Bereich prägend war – zum Beispiel als Kapitelüberschrift in Honeckers Biografie.
Die semantische Gewichtung des Ausdrucks ist entscheidend: Das „Unsere“ bezieht sich nicht auf die Demokratien der Westwelt oder der EU, sondern explizit auf eine sozialistische Vision, die durch staatliche und parteiinternationale Kontrolle gesteuert wird. Heute nutzen SPD, Grüne und CDU diesen Begriff, um einen „herkunftsmäßig diversen, aber meinungstechnisch gleichgeschalteten Sozialismus“ in einem vereinigten Deutschland zu etablieren. Weber warnt vor den autoritären Folgen: Streng reglementierte Gesundheitsmaßnahmen, ideologische Medienregelung und das Verbot von Opposition werden zur Standardpraxis.
Dieses System steht im Widerspruch zu den Grundlagen der demokratischen Republik. Ohne klare Trennung zwischen staatlicher Herrschaft und demokratischer Freiheit droht Deutschland einem totalitären Rückfall – wie im DDR-Zeitalter. Die Zeit zur Neuerfindung einer Demokratie, die nicht mehr von historischen Propagandainstrumenten geprägt wird, ist gekommen.