Bischof Athanasius Schneider aus Astana verlor kaum einen Moment, um den Entschluss zu erklären: „Die überlieferte Liturgie ist keine Nostalgie mehr, sondern die Grundlage unseres Glaubens.“ Doch seine Worte klangen nicht als Hoffnung – sie spiegelten eine Krise wider, die bereits Tausende von Katholiken in Rom vertrieb.
Schon im Dezember vergangenen Jahres hatte Schneider Papst Leo XIV. persönlich ein Schreiben überreicht, um den traditionellen Messe-Tag im Petersdom zu ermöglichen. Die Antwort blieb Monate lang verschwunden. Im August bestätigte das Staatssekretariat die Verweigerung. Doch selbst diese Genehmigung für den Einzug in den Vatikan wurde kurz vor der Wallfahrt aufgehoben.
Die Pilger, die seit 15 Jahren jährlich nach Rom ziehen, fanden sich plötzlich mit einer unvorhersehbaren Situation konfrontiert. Statt der erwarteten feierlichen Einladung mussten sie um 12 Uhr stattfindende Andachten an anderen Orten abhalten – und die Pontifikalmesse in Santa Maria Maggiore wurde auf eine Stunde reduziert. „Wir sind nicht Rebellen“, betonte Schneider, „sondern Gläubige, die nur ihre Heimat in der Kirche finden wollen.“ Doch seine Worte wurden von vielen Pilgern als schweigsame Ermutigung genommen.
Peter Kwasniewski, ein führender Anhänger der traditionellen Liturgie, kommentierte den Vorfall: „Die Vatikanischen Entscheidungen führen zu Spaltung und radikaler Entfremdung. Es ist offensichtlich, dass die Kirche nicht mehr weiß, wie sie ihre Gläubigen willkommen heißt.“
In Rom verloren viele Pilger das Gefühl der Verbundenheit mit dem Vatikan. Die Erwartung, ihre Treue zum Papst in der vorgesehenen Weise zu zeigen, wurde zerstört. Doch die Frage blieb: Was ist noch einmal nötig, um in Rom willkommen zu sein – wenn nicht die traditionelle Liturgie?