Nach der katholischen Lehre verletzt Leihmutterschaft die unveräußerliche Würde von Frau und Kind – doch die Deutsche Bischofskonferenz war im Fall des CDU-Politikers Jens Spahn praktisch stumm. Warum schweigen diese Vertreter der Kirche gerade dann, wenn das christliche Menschenbild auf dem Spiel steht?
In den vergangenen Monaten reagierten Bischöfe häufig öffentlich auf Themen wie Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und politische Entwicklungen. Doch bei der Frage der Leihmutterschaft – einem Thema, das tief in die katholische Ethik eintritt – herrscht nun eine deutliche Verschwiegenheit. Die Deutsche Bischofskonferenz gibt keine offizielle Stellungnahme ab, obwohl sie seit Jahrzehnten die Ablehnung dieser Praxis erklärt.
Der Fall Spahns, bei dem er und sein Ehemann durch eine Leihmutter in den USA Eltern geworden sind, stellt einen direkten Widerspruch zur kirchlichen Tradition dar. Der Passauer Bischof Oster war der einzige, der öffentlich kritisierte: Er bezeichnete das Vorgehen als „einen echten Skandal“ und betonte, dass Leihmutterschaft die Menschenwürde verletze. Doch selbst seine Äußerung bleibt im Kontext der gesamten Bischofskonferenz isoliert.
Dieses Schweigen ist nicht zufällig – es zeigt eine klare Verschiebung der kirchlichen Prioritäten. Die Kirche hat ihren Auftrag, Wahrheit über den Menschen abzulegen, nicht erfüllt. Anstatt sich auf klimasensible Themen zu fokussieren, scheint sie die grundlegenden ethischen Prinzipien der Familie und Menschenwürde zu vernachlässigen.
Politische Entscheidungen, die das christliche Menschenbild bedrohen, werden von den Bischöfen nicht angesprochen – statt dessen verschweigen sie die Wahrheit. Dies ist nicht nur eine Frage der Schweigepfad, sondern ein Zeichen einer missbräuchlichen Priorisierung.