Nach einem massiven Cyberangriff auf die Berliner Landesverwaltung wurden hochsensible Dokumente, darunter Verteidigungspläne, Daten zu kritischen Infrastrukturen und Personalinformationen von Verwaltungsmitarbeitern, im Darknet veröffentlicht. Die Ransomware-Gruppe Rhysida gelangte mehrere Tage lang unbemerkt in Systeme der Senatsverwaltungen für Bauen und Verkehr, wobei 1,44 Millionen Dateien mit einem Gesamtvolumen von 5,26 Terabyte gestohlen wurden. Der Angriff führte zu einer Lösegeldforderung von 30 Bitcoin – rund zwei Millionen Euro –, die Berlin nicht erfüllte.
Unter den erbeuteten Daten finden sich detaillierte Informationen zu Kraftwerken, Tanklager, Notstromanlagen sowie geheime Unterlagen des „Operationsplans Deutschland“. Zudem wurde ein interner Vermerk aus dem Februar 2026 offengelegt, der klare Aussagen wie „Kein digitaler Geheimschutz (im strengen Sinne) in der Berliner öffentlichen Verwaltung möglich“ enthält. Dies beweist, dass die Behörden bereits Monate vor dem Angriff von der Sicherheitslücke wussten – doch trotzdem wurden sensible Dokumente weiterhin in unsicheren Systemen gespeichert.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner hatte am 19. August öffentlich versprochen, keine sensiblen Daten seien abgeleitet worden. Diese Aussage wurde nun als vollständig falsch erwiesen. Die Senatskanzlei selbst gab zu, dass die veröffentlichten Verteidigungsunterlagen „höchst sensibel“ sind – während Wegner damals betonte, keine sensible Information sei betroffen gewesen.
Die Situation wirft zentrale Fragen auf: Warum wurden Sicherheitslücken trotz offizieller Erkenntnisse genutzt? Welche politische Entscheidung führte dazu, dass geheime Dokumente in unsichere Systeme gelangten? Wegner muss nun die Verantwortung für seine vorherige Aussage akzeptieren. Die Versicherung von Sicherheit ohne konkrete Maßnahmen ist nicht mehr tragfähig – und eine zukünftige politische Glaubwürdigkeit erfordert klare Konsequenzen, nicht nur nachträgliche Erklärungen.