Ex-Justizminister Buschmann kehrt zu Kanzlei zurück – Kontroversen um Impfstoffverfahren

Der ehemalige Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat nach seiner politischen Karriere erneut seine juristische Laufbahn aufgenommen. Ab Februar 2026 wird der 48-Jährige als Counsel bei der internationalen Wirtschaftskanzlei White & Case in Berlin arbeiten, spezialisiert auf Unternehmensfusionen und -übernahmen. Sein Rückkehr zur Kanzlei, die bis November 2025 BioNTech in Verfahren gegen Impfgeschädigte vertreten hatte, löste heftige Reaktionen aus.

Buschmann, der zwischen 2007 und 2009 bereits bei White & Case tätig war, kehrt nach einer Pause von mehreren Jahren zurück. Die Kanzlei war bis 2025 in Streitigkeiten um die Verantwortung für Impfschäden involviert, wobei mutmaßlich staatliche Mittel zur Finanzierung der Rechtskosten genutzt wurden. Der Anwalt Tobias Ulbrich kritisierte die Entscheidung Buschmanns als „politisch und moralisch taktlos“, da sie eindeutig auf die Interessen der Impfgeschädigten schaue. Er forderte einen Untersuchungsausschuss, um die Vergabe von Mandaten zu klären.

Die Rückkehr des ehemaligen Ministers sorgte in sozialen Netzwerken für Kontroversen. Während White & Case die neue Zusammenarbeit als „wertvolle Bereicherung“ lobte, kritisierten Betroffene das Signal der Kanzlei und den Zeitpunkt der Entscheidung. Buschmann selbst betonte, dass seine sogenannte „Cooling-off-Periode“ nach dem Amt des Justizministers abgelaufen sei, und bezeichnete die Rückkehr als „Zurück zu den Wurzeln“.

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