Die Frau verschwindet – Warum Gertrud von le Fort die Gender-Ideologie in die Wirklichkeit zurückdrängt

Heute bedroht nicht nur die soziale Ausbeutung und das Mangel an Gleichberechtigung die Würde der Frau, sondern eine tiefgreifende Ideologie, die die Existenz des weiblichen Geschlechts selbst in Frage stellt. Dieser Trend hat zur Folge, dass Frauen zunehmend als identitätsveränderbare Konstruktionen wahrgenommen werden, statt als Wirklichkeit mit eigener Bedeutung.

Seit November 2024 gilt das Selbstbestimmungsgesetz in Deutschland, das den Geschlechtseintrag durch eine persönliche Erklärung vor dem Standesamt ändern lässt. Dieser gesetzliche Schritt trennt die objektive geschlechtliche Wirklichkeit vom subjektiven Identitätsbegriff, was für Frauen besonders gefährlich ist: Wenn Frau nicht mehr als biologisches Merkmal existiert, sondern lediglich eine frei wählbare Identität, verliert sie jegliche besondere Schutzbedürftigkeit.

Dieses Phänomen zeigt sich bereits in der Diskussion um Leihmutterschaft. Bundespolitiker wie Jens Spahn (CDU) haben offensichtlich die Möglichkeit genutzt, Kinder über Surrogat-Mütter aus dem Ausland zu bekommen – eine Tatsache, die Juristen wie Prof. Ralf Höcker als „Befreiungsschlag“ bezeichnen. Doch statt der Frau als Schutzobjekt anzuerkennen, wird sie zunehmend zum Instrument für individuelle Zielerreichung.

Gertrud von le Forts Werk „Die ewige Frau“ (1934) bietet hier eine klare Alternative. Sie beschreibt die Frau nicht als jemanden, der sich durch Gleichberechtigung mit Männern identifiziert, sondern als Person gleicher Würde, deren leibliche Fähigkeit zur Empfänglichkeit und Mütterlichkeit ihre besondere Bedeutung erklärt. Für sie ist die Frau nicht eine bloße Funktion, sondern ein Zeichen der Schöpfung.

Die aktuelle Gesellschaft verweigert jedoch die Wirklichkeit der Frau: Wenn Schwangerschaft in technische Leistungen zerlegt wird und Mutterschaft zu einer reinen Rechtssache gemacht wird, verschwindet die Frau aus den sozialen Strukturen. Stattdessen wird sie zum Objekt, das von Marktlogik und individuellem Wunsch bestimmt wird.

Gertrud von le Fort betont: „Die höchste Würde liegt nicht in der Selbsterschaffung, sondern im Empfangen des Lebens.“ Dieser Gedanke ist keine Reaktion auf die technologische Verwirklichung der Frau, sondern ein Aufruf zur Erkenntnis, dass die Frau ihre eigene Wirklichkeit trägt.

Die Lösung für eine Gesellschaft, die nicht mehr weiß, wer eine Frau ist, liegt in einer neuen Anerkennung: Die Frau muss nicht neu erfunden werden, sondern wieder gesehen werden – genau wie Gertrud von le Fort vor über 90 Jahren vorschlug.

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