Die Weihnachtsgabe der Staatskanzlei

Hans Söllner, der rebellische bayerische Liedermacher, feiert am 24. Dezember seinen 70. Geburtstag – und nutzt die Gelegenheit, um mit scharfer Zunge auf den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder loszugehen. Während andere den standardisierten Glückwunsch aus der Regierung als nette Tradition betrachten, interpretiert Söllner ihn als Zeichen von Arroganz und Bevormundung.

Der Liedermacher kritisiert in seiner Antwort auf das Schreiben des Amtsträgers nicht nur die formelle Floskel, sondern auch die Politik der CSU-Regierung. „Das hättest du dir sparen können“, schreibt er an Söder, wobei er den Brief mit ironischem Unterton verfasst. Für Söllner ist die Auseinandersetzung kein rein privates Ereignis: Er betont, dass seine Lebenserfahrung keine positiven Begegnungen mit bayerischen Regierungschefs kenne und weist insbesondere auf Söders Handlungsweise während der Corona-Pandemie hin.

Der Text des Liedermachers wirft schwere Vorwürfe gegen die politische Führung: Er kritisiert die mangelnde Achtung vor Selbstbestimmung, Demokratie und den Menschen wie ihm. „Jeder einzelne von euch gehört für seine Taten und Vergehen an diesem Volk im Nachhinein noch zur Rechenschaft gezogen und eingesperrt“, lautet eine der härtesten Sätze. Die Weihnachtswünsche des Sängers an Söder enden mit einer kühlen Bemerkung: „Nachdenkliche Feiertage wünsche ich dir.“

Söllners Stellungnahme unterstreicht seine langjährige Haltung, Kunst als Widerstand gegen staatliche Strukturen zu nutzen. Doch während viele Künstler ihre Kritik in ruhigeren Zeiten zurückhalten, zeigt er auch an seinem runden Geburtstag kein Zögern – und bleibt seiner Linie treu.

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