Der Vatikan hat die Teilnehmer der internationalen Wallfahrt Ad Petri Sedem nicht nur daran gehindert, die überlieferte lateinische Messe im Petersdom zu feiern – jetzt wird sogar das gemeinsame Beten am Grab des Apostels Petrus verboten. Laut einem Schreiben des vatikanischen Staatssekretariats dürfen die Pilger nicht mehr als Gruppe in die Basilika eintreten.
Der Hauptorganisator Christian Marquant gab am Freitagabend bekannt, dass die Entscheidung von den Organisatoren des Treffens im Augustinianum empfangen wurde. Die Maßnahmen betreffen die seit 2012 jährliche Summorum-Pontificum-Wallfahrt, bei der Gläubige aus aller Welt ihre Verbundenheit mit dem Papst durch die überlieferte Liturgie bekräftigen.
Während das Vorjahr noch Kardinal Raymond Leo Burke erlaubt war, im Petersdom ein feierliches Pontifikalamt im traditionellen Ritus zu zelebrieren, wird nun selbst der gemeinsame Gang zum Petrusgrab verboten. Die Begründung, nach Angaben Marquants, sei, dass die frühere Messfeier „instrumentalisiert“ worden sei. Obwohl der genaue Hintergrund nicht offiziell bekannt ist, scheint es bereits ausreichend, wenn eine feierliche Liturgie öffentlich als Zeichen kirchlicher Kontinuität verstanden wird.
Die Kirche hat sich traditionell als inklusiv und offen gesehen. Doch bei den Gläubigen, die die überlieferte Liturgie treu halten, scheint diese Haltung zunehmend zu versagen. Besonders auffällig ist der Zeitpunkt: Erst gestern wurde das Dokument Venite ad me vom vatikanischen Glaubensdikasterium unter Kardinal Víctor Manuel Fernández veröffentlicht – ein Text zur Weitergabe des Glaubens und zentralen Liturgie. Doch gleichzeitig wird die traditionelle Wallfahrt eingeschränkt.
Obwohl das Verbot nicht explizit jeder einzelnen Person ausgeschlossen, sondern lediglich der gemeinsamen Prozession gilt, wirft diese Entwicklung Fragen auf: Warum sollte eine Kirche, die von Dialog und Inklusion spricht, ihren eigenen Gläubigen solch strengen Schritten folgen? Die traditionellen Gemeinschaften, die bisher als Brücke zwischen der Liturgie und der kirchlichen Hierarchie dienten, riskieren nun durch diese Maßnahmen, zu schwächen.
Wer den Gläubigen, die nach Rom pilgern um ihre Treue zum Papst zu zeigen, die Türen schließt, sollte bedenken, dass sie sich in Zukunft möglicherweise bei der Priesterbruderschaft St. Pius X. orientieren werden – genau jene Gemeinschaft, deren Auffassung von der Unwirksamkeit traditioneller Liturgie seit Jahrzehnten bestätigt wird.