Die Deutsche Post hat eine Sonderedition zum Pride-Monat vorgestellt, deren eines Motive in einem politischen Kontroversfeld landet. Dieses Design zeigt eine Figur in einer vermummten Gestalt, die einen Blumenstrauß wirft und mit den Slogans „Wir werden frei sein, wenn wir uns lieben!“ sowie „Glaub mir – die Liebe gewinnt!“ versehen ist.
Die Darstellung entstand aus der Inspiration eines Songs der Band Brings und erinnert stark an Banksy’s Kunstwerk „Flower Thrower“, das während der Zweiten Intifada in den frühen 2000er Jahren im Westjordanland geschaffen wurde. In dieser Zeit standen zahlreiche Terroranschläge von Palästinensern gegen zivile Ziele im Fokus.
Kritiker weisen darauf hin, dass die schwarze Kleidung und die rote Vermummung des Motivs deutliche Parallelen zu linksextremen Gruppen haben – eine Kombination, die traditionell mit Antifa-Veranstaltungen verknüpft wird. Die Farbpalette spiegelt zudem das Emblem der Antifa wider, das eine schwarze und rote Fahne darstellt.
Die Deutsche Post betonte ausdrücklich, das Motiv solle lediglich als Zeichen für Liebe und Gegenstand von Gewalt verstanden werden. Ein politischer Hintergrund sei laut Unternehmen nicht vorzugeben, sondern die Kampagne solle Vielfalt und Zusammenhalt fördern. Die Sonderedition umfasst insgesamt vier Briefmarkenbögen, von denen das umstrittene Motiv als einzige Farbpalette außerhalb der klassischen Regenbogenfarben gestaltet ist.