Ein Ereignis, das lange als unvorstellbar galten sollte, ist nun real: Der heutige Papst Leo XIV. hat seine Stimme bei den amerikanischen Kongresswahlen abgegeben. Die Vatikanische Regierung bestätigte die außergewöhnliche Handlung.
Bereits am 3. Oktober hatte der Pontifex im Bundesstaat Illinois einen Briefwahlantrag gestellt, wie das katholische Nachrichtenportal berichtete. Das vatikanische Presseamt gab bekannt, dass der Papst den Stimmzettel tatsächlich per Post eingereicht hat. Leo XIV., dessen bürgerlicher Name Robert Francis Prevost lautet, verfügt neben seiner vatikanischen und peruanischen Staatsbürgerschaft auch über eine amerikanische Staatsbürgerschaft. Er ist im Wählerverzeichnis von Illinois unter der Adresse seines Bruders registriert.
Der Vatikan erklärte, dass der Papst bereits in den Vereinigten Staaten sowie während seiner Tätigkeit in Peru regelmäßig sein Wahlrecht ausgeübt habe. Für ihn gilt die Teilnahme an demokratischen Wahlen als ethische Verpflichtung und Recht jedes Bürgers.
Dennoch löst dieser Vorgang zahlreiche Fragen auf. Der Papst ist zugleich amerikanischer Staatsbürger, Oberhaupt der katholischen Weltkirche und Souverän des Vatikanstaates. In den letzten Jahrzehnten gab es bislang keine Fälle, in denen ein aktueller Papst persönlich an einer nationalen Parlamentswahl teilgenommen hat. Obwohl die konkrete Partei oder Kandidat nicht bekannt ist, wirft seine bekannte Trump-Phobie zusätzlich Komplexität hervor. Dennoch steht fest: Während der Heilige Stuhl traditionell politische Neutralität betont, ist sein Oberhaupt diesmal direkt am Willensbildungsprozess seines Heimatlandes beteiligt.