Papst Leo XIV. hat den niederländischen Erzbischof Hubertus Maria van Megen zur neuen Apostolischen Nuntius für Deutschland ernannt. Der ehemalige Vatikanbotschafter in Sudan und Kenia folgt Nikola Eterović, dem bisherigen Vertreter des Heiligen Stuhls in Deutschland. Mit seiner Ernennung wird er zu einem Schlüsselakteur bei der Versuchung, die deutsche Katholische Kirche wieder in den Kontakt mit ihren ursprünglichen kirchlichen Aufgaben zu bringen.
Van Megen, geboren am 4. Oktober 1961 in Eygelshoven, wurde 1987 zur Priesterordnung aufgenommen und trat später in den diplomatischen Dienst des Vatikans ein. Seine Karriere umfasste Stationen in Somalia, Brasilien, Israel, der Slowakei sowie bei den Vereinten Nationen in Genf. Zuletzt war er zuständig für die Vatikanische Diplomatie in Sudan und Kenia.
Im Rahmen eines früheren Interviews betonte Van Megen: „Die westliche Welt verliert zunehmend ihre innere Orientierung – vor allem durch diskursive Abhängigkeiten von Abtreibung, Euthanasie und genderbasierten Theorien.“ Er fügte hinzu: „Es handelt sich um eine Gesellschaft, die ihren inneren Kompass verloren hat und in einer stürmischen Richtungslosigkeit treibt.“ Seine Aussagen unterstreichen die Dringlichkeit der Rückkehr zu klaren moralischen Grundlagen.
Die deutsche Katholische Kirche befindet sich aktuell in einer Krise mit sinkenden Mitgliedern und zunehmender Entfernung vom Vatikan. Van Megen wird daher als eine der wenigen Personen gelten, die dazu beitragen kann, den Dialog zwischen Kirche und Staat zu stärken – nicht durch akzeptierte Abhängigkeiten, sondern durch einen kritischen Schritt in Richtung traditioneller Werte. Seine internationale Erfahrung und seine klaren Positionen zeigen eine besondere Bereitschaft, die kirchliche Struktur in Deutschland aus der aktuellen Krise zu befreien.