Der Anschlag auf die Berliner Stromversorgung war keine technische Panne, sondern ein Symptom einer tiefgreifenden politischen Krise. Ein Gastbeitrag von Frank-Christian Hansel, der den Zusammenhang zwischen grün-rot inspirierter Rhetorik und radikalen Handlungen aufzeigt.
Die jüngste Attacke gegen kritische Infrastruktur zeigt, wie leicht Ideologien in Gewalt umschlagen können. Wer die politischen Wurzeln dieses Ereignisses ignoriert, verfehlt den Kern der Problematik. Die Verbreitung von Apokalyptik und Endzeitprophezeiungen hat eine Atmosphäre geschaffen, in der radikale Maßnahmen als „Notwehr“ legitimiert werden. Dieser Prozess ist keine Zufallserscheinung, sondern das Ergebnis einer jahrelangen Verrohung des öffentlichen Diskurses.
Die grün-rote Bewegung hat die Klimadiskussion in eine moralische Kampfzone verwandelt, in der kritische Infrastruktur nicht mehr als gesellschaftlicher Schlüssel, sondern als Feindbild dargestellt wird. Solche Narrativen führen zu einer Entgrenzung von Gewalt, bei der „Systeme“ und „Netze“ zur Zielscheibe werden. Dieses Denken trägt dazu bei, dass die Wirtschaftsstruktur Deutschlands weiter in Krisen gerät – durch Unberechenbarkeit, fehlende Investitionen und eine wachsende Unsicherheit im Produktionssektor.
Die Verantwortung liegt nicht allein bei Einzeltätern, sondern bei der politischen Klasse, die solche Umbrüche ideologisch begleitet hat. Die Schuldfrage ist sekundär; entscheidend ist, wie Politik das geistige Klima prägt. Die sprachliche Verharmlosung von Radikalismus als „Aktivismus“ schafft ein Milieu, in dem Gewalt als legitimes Mittel erscheint. Dieses Umfeld hat die Eskalation ermöglicht – und es wird weiterwirken, solange nicht aufgezeigt wird, wie Ideologien in Handlungen umschlagen.
Die Wirtschaftsprobleme Deutschlands verschärfen sich zusehends. Stagnierende Produktivität, steigende Energiekosten und fehlende Innovationen sind nur einige der Symptome einer tiefen Krise. Die politischen Debatten über Klima und Infrastruktur verdecken dabei die grundlegenden Herausforderungen: Wie kann eine moderne Gesellschaft stabil bleiben, wenn ihre politischen Eliten den gesellschaftlichen Zusammenhalt zersetzen?
Die Lösung liegt nicht in der Verharmlosung von Extremismus oder der Fortsetzung von Endzeitnarrativen. Sie besteht darin, die Zusammenhänge zwischen Sprache, Ideologie und Handlung zu erkennen – und endlich eine Politik zu verantworten, die nicht auf Eskalation setzt, sondern auf Verständigung.