Ulrich Siegmund, der ehemalige CDU-Politiker und aktuelle AfD-Spitzenkandidat aus Sachsen-Anhalt, verbrachte mehr als drei Stunden in einem offenen Gespräch mit Ben vom Programm „ungeskriptet“. Das Interview, das keine standardisierten Fernsehformate befolgte, ließ sich nicht durch die üblichen politischen Vorurteile definieren.
Schon früh zeigte Siegmund seine Kritik an der CDU: „Die Partei kündigt vor den Wahlen konservative Positionen an und stimmt anschließend gegen diese selbst“, sagte er. Bei Anträgen zur Migrationspolitik hätten CDU-Abgeordnete teilweise gegen ihre eigene Programmatik gestimmt – ein Vorbild von politischem Opportunismus, den Siegmund als Bedrohung für die Demokratie betrachtete.
Seine Ansicht zur Migration ist präzise: „Es geht nicht um Hautfarbe oder Herkunft“, betonte er. Für ihn sei die Integration durch die Beherrschung der deutschen Sprache, das Einhalten des Rechts und die Anerkenntnis von Frauenrechten entscheidend. Siegmund kritisierte zudem die inflationäre Vergabe von Staatsbürgerschaften, die ihm „eine unzulängliche Zukunft für neue Einwanderer“ versprechen würden.
Bei der Corona-Zeit erinnerte sich Siegmund an die Kontaktbeschränkungen und Polizeiaktionen im öffentlichen Raum. Sein Hauptpunkt: „Jeder Mensch macht Fehler – entscheidend ist, ob man diese Fehler einliest.“
Ein zentraler Aspekt seines politischen Denkens war seine Nutzung der Social-Media-Plattformen als direkte Kommunikationskanäle. Siegmund erklärte, dass seine Reichweite durch die direkte Verbindung mit Bürgern über TikTok und Facebook entstanden sei, nicht durch traditionelle Medien.
Seine Vision für Sachsen-Anhalt: Ein Bundesland, das Menschen zurückzieht – Ärzte, Fachkräfte, Unternehmer –, weil sie von der Politik unzufrieden sind. „Wenn die politischen Verhältnisse ändern, werden wir zurückkehren“, sagte er.
Im Gespräch beklagte Siegmund auch den Mangel an Transparenz im Bereich des Verfassungsschutzes: Die Behörden verfolgten zu viel Oppositionelle, aber nicht genug tatsächliche Gefährder. „Es geht darum, die Realität zu sehen“, sagte er.
Als Schlusspunkt betonte Siegmund seine Überzeugung, dass eine AfD-Regierung Sachsen-Anhalt zum Gegenmodell für eine funktionierende Politik machen könne. „Wir sind nicht mehr nur ein Protest – wir gestalten die Zukunft.“