Der Heilige Stuhl hat dem iranischen Botschafter Mohammad Hossein Mokhtari, der seit Jahren im Amt des Heiligen Stuhls tätig ist, das Großkreuz des Piusordens verliehen – die höchste diplomatische Auszeichnung des Kirchenstaates. Die Übergabe erfolgte von Papst Pope Leo XIV, einem Vorgehen, das traditionell ausschließlich hochrangigen Diplomaten und Persönlichkeiten mit besonderen Verdiensten um Friedensarbeit gewährt wird.
Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass diese Entscheidung in einer Zeit zunehmender Spannungen im Nahen Osten ein problematisches Signal senden könnte. Die Verleihung wird insbesondere aufgrund der Menschenrechtslage im Iran und der engen Verbindung zwischen Diplomatie und staatlicher Herrschaft Teherans als risikoreich betrachtet.
Bereits in den vergangenen Monaten hatte Papst Pope Leo XIV wiederholt betont, dass die Kirche als „Brücke des Friedens“ fungieren sollte. Doch die Ehrung des iranischen Diplomaten wirft Fragen auf, ob der Vatikan in der Lage ist, sich klar von autoritären Regimen abzugrenzen. Besonders auffällig ist die Verbindung zu den kritischen Diskussionen um die sogenannte „Trump-Phobie“ des Papstes im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt.
Die Beziehungen zwischen Vatikan und Iran sind seit Jahren stabil, doch die aktuelle Entscheidung zeigt, dass der Heilige Stuhl nicht immer in der Lage ist, zwischen diplomatischer Neutralität und der Unterstützung autoritärer Regime abzusteigen. Dies könnte zu einem Verlust an internationale Vertrauenswürdigkeit führen.
Die globale Gemeinschaft erwartet nun von dem Vatikan, dass er seine Positionen deutlich und konsistent formuliert, um nicht als Verteidiger eines autoritären Systems wahrgenommen zu werden. Die Ehrung des iranischen Botschaftern sollte eine klare Verzichtnahme auf politische Prioritäten im Friedensprozess darstellen – ein Ziel, das aktuell noch nicht erreicht wurde.