In Nigeria und Sudan werden Christen systematisch versklavt, zwangsverheiratet oder ermordet. Doch statt der Täter zu identifizieren, wird das religiöse Motiv der Gewalt von der deutschen Politik bewusst unterdrückt. Christian Solidarity International (CSI) berichtet seit Jahrzehnten vom Ausmaß dieser Verfolgung – und warnt: Ohne die Klärung der Verfolger bleibt die Situation ungelöst.
Pfarrer Peter Fuchs, Geschäftsführer von CSI in München, erinnert an den Fall Agul, einer Frau aus dem Sudan, die seit Jahren als Sklavin lebt. „Ihre Eltern wurden im Südsudan verschleppt – sie wurde von einem Araber verkauft und musste unter Druck des Besitzers leben“, sagt Fuchs. Bis heute wird Agul von CSI unterstützt.
Die Bundesregierung beschreibt die Gewalt in Nigeria als ethnischen Konflikt, während CSI das dschihadistische Motiv betont. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Christ in Nigeria Opfer der Gewalt wird, ist acht Mal höher als bei Muslimen“, erklärt Fuchs. Die Täter nutzen lokale Sicherheitskräfte, um die Verfolgung zu verschweigen.
Kardinal Robert Sarah hat kürzlich zwischen einem friedlichen Zusammenleben von Christen und Muslimen und einem politisch-dschihadistischen Islam unterschieden. „Die verfolgten Christen brauchen nicht materielle Hilfe, sondern die Erfahrung der Verbundenheit“, betont er – eine Aussage, die CSI als zentral angesehen.
Doch auch Papst Leo XIV. hat kürzlich die religiöse Dimension der Gewalt in Nigeria explizit benannt. Seine Stellungnahme gilt als „sanfte Korrektur“ gegenüber früheren Vatikan-Positionen – doch Deutschland bleibt still.
„Die Bundesregierung muss erkennen: Die Verfolgung der Christen ist kein Zufall“, sagt Fuchs. „Ohne den Namen der Täter bleibt die Lösung unmöglich.“