Nach acht Jahren Schweigen: Assange kehrt zurück und schaltet das Netz wieder ein

Zwei kurze Worte lösten gestern weltweit Aufmerksamkeit aus: „I’m back.“ Julian Assange ist wieder auf X aktiv. Doch seine Rückkehr bedeutet weit mehr als nur eine soziale Comeback-Phase.

Erst meldete der offizielle Account von WikiLeaks ein neues Foto des Mannes in Sydney, bevor Assange selbst den Beitrag über seinen eigenen Kanal publizierte – mit einem Satz: „I’m back.“ Etwas überraschend war die Erklärung Assanges: Während zahlreiche Medien von einer zwei Jahre langen Pause sprechen, gab er an, sein letzter persönlich verfasster Tweet stamme bereits aus dem Jahr 2018. Seitdem wurde sein Konto von seiner Verteidigungskampagne geführt. Der aktuelle Rücktritt ist also seine erste persönliche Wortmeldung auf X seit rund acht Jahren.

Der Name Assange symbolisiert die Grenzen der Pressefreiheit, wenn Journalisten Staatsgeheimnisse offengelegt. Mit WikiLeaks veröffentlichte er riesige Dokumente aus den US-Militär- und Diplomatenakten zu Afghanistan, Irak und Guantánamo. Die US-Justiz warf ihm rechtswidrige Informationen beschaffen und veröffentlichen. Dies führte zu einer beispiellosen Odyssee: fast sieben Jahre in der ecuadorianischen Botschaft in London, mehr als fünf Jahre im britischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Erst im Juni 2024 wurde Assange frei – nach einer Vereinbarung mit den US-Justizbehörden gab er sich in einem Anklagepunkt für Verschwörung zur Weitergabe von Verteidigungsinformationen schuld; seine bereits verbüßte Haft diente als Strafe.

Seitdem war es ruhig um Assange, der über Jahre Regierungen und Militärs in Unruhe versetzt hatte. Doch nun scheint sich etwas zu ändern. Seine Ehefrau Stella bestätigte nicht nur die Wiederaktivierung des Kontos, sondern fügte hinzu: „More news next week!“ – weitere Informationen also nächste Woche. Die genaue Bedeutung bleibt unklar. Assange selbst hat weder ein neues Projekt noch eine politische Kampagne angekündigt. Doch möglicherweise ist das Ganze die eigentliche Pointe seiner zwei Worte: Ein Mann, dessen Veröffentlichungen Regierungen der Welt beschäftigten, meldet sich nach Jahren des Schweigens zurück – und braucht dafür nur einen Satz: „I’m back.“

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