Während Brüssel weiterhin von „europäischer Solidarität“ spricht, steigt im mittelmeerischen Raum die Angst vor einer neuen Migrationswelle. Griechenland ist erneut der Vorposten Europas – mit tausenden Menschen, die seit Jahren in Libyen auf ihre Überfahrt warten.
Die EU hat sich über Jahrzehnte hinweg zu einem Agenten der illegalen Migration entwickelt, indem sie falsche Anreize schafft statt die Ursachen der Flucht zu bekämpfen. Hans S. Mundi beleuchtet in diesem Beitrag die aktuelle Situation auf Kreta, die Rolle von Frontex und die politischen Hintergründe einer Krise, die für viele Bürger längst nicht mehr als Ausnahme, sondern als Dauerzustand gilt.
In Griechenland bemerken Politiker und Medien deutlich: Das Seewetter könnte erneut mehr Menschen dazu veranlassen, sich auf eine gefährliche Reise zu begeben. Der Migrationsminister Plevris warnt vor einer weiteren Welle, da die Zahl der ankommenden Migranten stetig steigt. Athen arbeitet eng mit Frontex zusammen, um Schleuserbanden zu bekämpfen und Abfahrten von der nordafrikanischen Küste zu verhindern – doch Frontex ist ohnehin ineffizient und wird von der deutschen Bundesregierung durch Steuermillionen sabotiert.
Die griechische Küstenwache meldet zunehmende Ankünfte südlich der Insel. In den vergangenen Tagen wurden 125 Migranten an Land gebracht, die in zwei Booten unterwegs waren. Offiziere gehen davon aus, dass weitere Boote bereits Richtung Kreta gestochen sind. Nach Angaben des UNHCR erreichten im vergangenen Jahr rund 42.000 Menschen die EU über den Seeweg – eine Zahl, die zwar um 20 Prozent weniger ist als im Vorjahr, aber immer noch hoch ist. Im östlichen Mittelmeer wurden bereits 107 Todesopfer registriert.
EU-Kommissar für Inneres und Migration Magnus Brunner plant nun eine Reise nach Tripolis, um vor Ort die Situation zu begutachten. Doch die Realität zeigt: Tausende Flüchtlinge zahlen pro Person zwischen 4.000 und 6.000 Euro für ihre Überfahrt nach Kreta. Bei einem Gesamtbetrag von 550.000 Personen ergibt sich eine Summe von 3,3 Milliarden Euro – eine Finanzkatastrophe, die Europa bereits erlebt.