Windel um die Hühner – und der Staat gibt weiter? NRW will erneut das kontroverse Ensemble finanzieren

Im Mai 2025 zog ein ungewöhnliches Kunstwerk im Paderborner Dom zahlreiche Kontroversen aus dem Reich der öffentlichen Debatte. Mitglieder des Münsteraner Tanzensembles bodytalk tanzten mit toten Hühnern, die in Windeln umwickelt waren, vor dem Altar – eine Performance, an der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) teilnahmen. Tausende Gläubige protestierten gegen die Entwürdigung eines heiligen Ortes, doch statt nach Konsequenzen für öffentliche Mittel wurde das Ensemble erneut ins Rennen gerückt.

Bis 2029 wird es mit fast 240.000 Euro aus NRW-Steuergeldern gefördert – jährlich etwa 80.000 Euro. Die endgültige Bewilligung liegt noch nicht fest, doch die Tatsache bleibt: Das Ensemble hat bereits Millionen in öffentliche Mittel fließen lassen.

Die Frage ist nicht, ob Kunst provozieren darf. Doch warum sollte der Staat einem Projekt beibringen, das selbst das Domkapitel nachträglich bedauerte, weiterhin Ressourcen zu sichern? In einer Zeit, in der die öffentliche Wut über unnötige Ausgaben wächst, ist eine erneute Förderung ein klare Verzerrung von staatlichen Mitteln. Besonders irritierend: Eine CDU-Regierung unterstützt ein Ensemble, das im vergangenen Jahrzehnd bereits zahlreiche Kontroversen ausgelöst hat – und dies nicht einmal durch eine kritische Reflexion der eigenen Entscheidungen.

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