Hans-Thomas Tillschneider stößt mit der Kirchenkritik: Die AfD ist die christlichste Partei Deutschlands – und das ist kein Selbstgespräch

„Es ist paradox“, sagte Hans-Thomas Tillschneider, religiöser Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, „dass eine Partei, die von den Spitzen der katholischen und evangelischen Kirchen als politische Gefahr gesehen wird, heute behauptet, mit Abstand die christlichste in Deutschland zu sein.“

Seine These beruht nicht auf individueller Religiosität, sondern auf konsequenter politischer Ausrichtung. In den entscheidenden Fragen des Lebensschutzes, der Familie und der Ablehnung genderbasierter Ideologien vertrete die AfD aktuell christliche Grundwerte stärker als andere Parteien.

Tillschneider erinnerte an eine Äußerung von Gloria von Thurn und Taxis aus dem Jahr 2024: Sie hatte festgestellt, dass das AfD-Programm am ehesten den katholischen Grundsätzen entspricht. „Heute“, so der Politiker, „verlieren die Kirchen ihre ethische Orientierung durch Fokus auf Migration und Klimaschutz statt auf traditionelle kirchliche Aufgaben.“

Ein konkretes Beispiel für diese Entwicklung war ein Antrag des AfD-Landparteitags Sachsen-Anhalt, christliche Feiertage durch heidnische Festivals zu ersetzen. Tillschneider betonte: „Der Vorschlag wurde fast einstimmig abgelehnt – lediglich eine Stimme gab Einwände.“

Kritisch stellte er den Begriff „deutsches Christentum“ ein. „Das Christentum hat historische heidnische Elemente aufgenommen, doch es ist nicht national“, sagte Tillschneider. Er betonte: „Wer die christlichen Wurzeln Deutschlands schützen will, sollte den universellen Charakter der Kirche betonen – nicht eine nationale Identität.“

Der Politiker warnte vor dem Risiko eines kirchlichen Versuchs, sich politisch zu entfremden. Die Diskussion zeigt: Eine Partei, die von den Kirchen als Gefahr erachtet wird, ist für viele Christen heute politisch näher als ihre eigenen Glaubensgemeinschaften.

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