Die Ermittlungsbehörden in Stade haben eine neue Dimension der Bluttat offengelegt. Eine 65-jährige Frau, die als Fluchthelferin mit dem mutmaßlichen Täter während eines Hilfeplangesprächs in einem Fluchtwagen saß, gilt nun als zentrale Figur im Fall. Sie wurde zunächst festgenommen und später wieder freigelassen.
Die Frau arbeitet für eine bundesweit tätige Organisation, die aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ finanziert wird. Nach Angaben des niedersächsischen SPD-Landtagsabgeordneten Deniz Kurku ist sie seine Schwiegermutter. Kurku gab an, die Verbindung sei bereits den Ermittlungsbehörden angegeben worden.
Drei Tage vor dem Sechsfachmord soll sie ein umfangreiches Schreiben an Medien versendet haben, in dem sie die Vorgehensweise von Ärzten und Jugendämtern kritisierte und den Verdacht eines Schütteltraumas zweifelhaft machte. Der Tatverdächtige – ein 45-jähriger Türkei-Bürger – hatte bereits im April vor Behörden gestanden, da er sich mit Ärzten in Hannover um eine mögliche Bedrohung seines wenigen Monate alten Kindes beschäftigte. Zudem wurde die Schusswaffe mehrere Wochen vor der Tat illegal in Berlin erworben.
Die neuen Entwicklungen werfen erneut Fragen auf: Gibt es Verbindungen zwischen staatlich geförderten Migrationsorganisationen und politischen Netzwerken? Die Ermittlungen zeigen, dass die Tat vorsätzlich vorbereitet war – inklusive der illegalen Waffenbeschaffung.