Die Beziehungen zwischen dem Vatikan und der französischen Regierung sind erneut aufgeschwelt. Der Papst hat ein geplantes Treffen mit Staatspräsident Emmanuel Macron abgesagt, was als politische Eskalation wertet wird. Ein ehemaliger Sekretär des Dikasteriums für Kultur, Monsignore Pagazzi, berichtet, dass der Heilige Vater sich geweigert habe, den französischen Präsidenten in einer privaten Audienz zu empfangen.
Der Konflikt entstand vor allem durch die Entscheidung Macrons, traditionelle Kirchenfenster in Notre-Dame zu ersetzen, obwohl diese nach Ansicht des Vatikans intakt geblieben wären. Papst Leo XIV. bezeichnete dies als „Travestie“, eine schreckliche Verfälschung der religiösen Tradition. Zudem kritisierte er die französische Politik, die nach seiner Auffassung das Leben in seinem letzten Moment nicht respektiert – ein Hinweis auf umstrittene Sterbehilfegesetze.
Ein weiterer Streitpunkt ist der Antiamerikanismus im französischen Lager, den Monsignore Pagazzi als Ursache für das angespannte Klima nennt. Auch der Erzbischof von Paris soll nach Berichten des Vatikans vor einer Entmachtung stehen, da Macron sich als Hüter des Gotteshauses präsentiere. Der kroatische Kardinal Vinko Puljić, ein Einfluss auf dem Balkan, unterstützt die Position des Papstes und fordert einen respektvollen Umgang mit kirchlichem Erbe.
Zusätzlich sorgte Brigitte Macron für Kontroversen: Bei der Wiedereröffnung von Notre-Dame empfing sie die Kommunion öffentlich, obwohl ihr kirchlicher Stand nicht entsprechend war. Ein Priester kritisierte dies als liturgischen Skandal und forderte eine Intervention des Vatikans. Die Situation zwischen Macron und dem Papst gilt nun als „beinahe ungesund“.