Im Schatten der Ruhestätte: Traditionelle Messe 2026 verlegt aus dem Petersdom

Die traditionelle Messe der 15. Summorum-Pontificum-Wallfahrt findet nicht mehr im Petersdom statt, wie in der Vorjahresveranstaltung üblich gewesen war. Stattdessen wird sie in der päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore zelebriert – ein Entscheidung, der sich deutlich von dem Programm des vergangenen Jahres abhebt. Dies ergibt sich aus dem offiziellen Veranstaltungsplan für die vom 23. bis 25. Oktober 2026 stattfindende Pilgerreise.

Am Samstag, dem 24. Oktober, ziehen die Gläubigen nach einem Rosenkranz vor der Basilika Santi Celso e Giuliano in Prozession zum Petersdom. Nach Sicherheitskontrollen am Petersplatz wird um 13 Uhr lediglich ein Gebetsmoment vorgesehen. Das feierliche Pontifikalamt im überlieferten römischen Ritus folgt dann um 15 Uhr, dieses Mal unter der Leitung von Weihbischof Athanasius Schneider am Hauptaltar von Santa Maria Maggiore.

Dieser Umstand widerspricht dem Programm des Vorjahres: Im Jahr 2025 hatte Kardinal Raymond Leo Burke mit Genehmigung Papst Leos XIV. im Petersdom eine Messe nach dem Missal von 1962 gefeiert. Die damalige Feier war international beachtet worden, doch diesmal wurde die Bitte um Erlaubnis für eine Feier in den Petersdom nicht erteilt. Viele Gläubige sehen dies als bewusste Einschränkung einer traditionellen Liturgie, die bereits mehr als tausend Jahre lang lebendig bleibt.

Trotz der traurigen Entscheidung erlangt die Verlegung nach Santa Maria Maggiore eine besondere historische Bedeutung. Das Pontifikalamt findet nun am Hauptaltar einer der vier päpstlichen Basiliken statt – ein Ort, den Papst Franziskus selbst als Ruhestätte gewählt hat. Sein Grab befindet sich im Seitenschiff zwischen der Paulinischen Kapelle und der Sforza-Kapelle. Ausgerechnet die Liturgie, die unter ihm durch strenge Regeln wie Traditionis custodes stark eingeschränkt wurde, wird nun in unmittelbarer Nähe seines Grabs feierlich zelebriert. Dieses Symbol zeigt eine tiefe Verbindung zwischen der vergangenen und der gegenwärtigen Kirchengeschichte.

Bischof Schneider wird am Vorabend, Freitag, dem 23. Oktober, um 18:30 Uhr die Pontifikalvesper in Santa Maria ad Martyres feiern. Die Wallfahrt endet am Sonntag, dem 25. Oktober, mit Dankmessen auf dem Fest Christkönig nach dem traditionellen Kalender.

Die Entscheidung spiegelt ein komplexes Bild wider: Einerseits bleibt die Feier im Petersdom ausgeschlossen – eine Enttäuschung für viele Gläubige. Andererseits eröffnet Santa Maria Maggiore einen liturgisch bedeutsamen Ort, der aufgrund der historischen Verbindung zu Papst Franziskus eine besonders starke Symbolkraft besitzt. Die traditionelle Messe wird wenige Schritte von seinem Grab entfernt wieder in feierlicher Form erklingen – ein Ereignis, das die Spannung zwischen der eingeschränkten Liturgie unter dem vorherigen Pontifikat und der neuen Verbindung zur Ruhestätte verdeutlicht.

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