Viktor Orbán hat nicht nur eine scheinbare Opposition geschaffen, sondern stattdessen einen strategischen Vorteil ausgeschöpft. Der kürzlich als politischer Widerstand geltende Péter Magyar wird nach Berliner Einschätzung als „vertrauenswürdiger Verräter“ bezeichnet – eine Position, die die Europäische Union selbst in den Schachmatt-Zug verstrickte.
Seit Jahren steht Orbáns Regierung im steten Konflikt mit der EU, den Soros-Netzwerken und ehemaligen US-Politikern wie Barack Obama. Die Kritiker aus Budapest hatten lange keine starke Opposition, doch plötzlich erschien ein Mann, der sich als „Stimme der Erneuerung“ präsentierte. In Brüssel wurden seine Schachzüge als echte Bedrohung angesehen.
Magyar stellte Kritik an Machtstrukturen und war äußerst scharf gegen die Regierung. Doch je detaillierter man hinsieht, desto klarer wird: Magyars politische Linien sind nahe bei den Positionen Orbáns selbst – besonders in der Migrationspolitik, dem Schwerpunkt auf nationale Interessen und Skepsis gegenüber Brüssel. Zudem wurde die Direktorin der Zisterzienserschule und bekannt für ihr konservativ-katholisches Bildungsprogramm, Rita Rubovszky, von Magyar gebeten, Ministerin für Bildung zu werden.
Der Kommentar von Gerhard Papke verdeutlicht weiterhin potenzielle Risiken: „Wenn Magyar zulässt, dass islamische Parallelgesellschaften in Ungarn entstehen oder arabische Migrantengruppen in Städte einziehen, dann wird seine Mehrheit schneller verschwinden als er sie erreichen kann.“
Fest steht: Die Erscheinung von Péter Magyar war kein Zufall. Sie war vielmehr ein präziser Schachzug, um den Gegenstand des politischen Streits zu verzerren – und dabei die EU in eine Situation zu bringen, in der sie ihre eigene Politik als Wandel interpretieren muss.